Immer Ärger um die „zweite Miete“

Die jährliche Betriebskostenabrechnung ist häufig fehlerhaft

(djd). Gründe für Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter gibt es genug. Einer der häufigsten ist dabei aber die Betriebskostenabrechnung. Jedes Jahr flattert die sogenannte „zweite Miete“ ins Haus und birgt allzu häufig hohe Nachzahlungsforderungen. Unverständliche Zahlenauflistungen und kompliziertes Juristendeutsch machen es den Betroffenen oft schwer, diese auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Dabei ist das sehr wichtig.

Vermieter darf bestimmte Kosten auf Mieter umlegen

„Nach unseren Erfahrungen sind 80 Prozent aller Abrechnungen fehlerhaft“, erklärt Diplomjurist Mathias Ostmeyer vom Interessenverband Mieterschutz, wobei für Mitglieder die jährliche Überprüfung der Abrechnungen und der Schriftverkehr mit dem Vermieter kostenlos sind. Grundsätzlich sollten Mieter wissen, dass der Vermieter die laufenden Kosten für den Wohnraum nach vertraglicher Vereinbarung auf den Mieter umlegen darf, was in aller Regel auch geschieht. Das können zusätzlich zu den Heizkosten die Aufwendungen für Grundsteuer, Kalt-, Warm- und Abwasser, den Aufzug, die Straßenreinigung, die Müllabfuhr, die Hausreinigung, Gartenpflege, Beleuchtung, Schornsteinreinigung, bestimmte Versicherungen und den Hausmeister sein.

Reparatur- und Verwaltungskosten sind keine Betriebskosten und dürfen im Rahmen von Wohnraummietverhältnissen selbst nach vertraglicher Vereinbarung nicht an den Mieter weitergegeben werden. Welche Anforderungen aber müssen in einer Betriebskostenabrechnung erfüllt sein, damit eine Nachforderung überhaupt gültig ist? „Zuerst einmal müssen die Gesamtkosten der Liegenschaft für jede einzelne Position angegeben sein“, so Mathias Ostmeyer. Unzulässig ist die Zusammenfassung mehrerer Positionen wie etwa Grundsteuer und Straßenreinigung.

Nur eine korrekte Abrechnung ist wirksam

Weiterhin müsse der verwendete Verteilerschlüssel (zum Beispiel Wohnfläche, Personen, Verbrauch) dargestellt werden und rechnerisch nachvollziehbar sein, wie der Jurist erklärt. Ebenso sei der auf den Mieter entfallende Kostenanteil anzugeben. Und schließlich sind die Vorauszahlungen mit den anfallenden Kosten zu verrechnen. Angesichts der komplizierten Sachlage ist Expertenrat – zu finden etwa unter www.iv-Mieterschutz.de – in den meisten Fällen angeraten. Denn eine fehlerhafte Betriebskostenabrechnung ist unwirksam.

Eine Betriebskostenabrechnung sollte verständlich und nachvollziehbar aufgestellt sein.
Foto: djd/Interessenverband Mieterschutz e.V.

Kosten aktiv senken

(djd). Die Heizkosten werden zu mindestens 50 Prozent nach Verbrauch und weiterhin nach Wohnfläche umgelegt. Mieter können hierbei sparen, indem sie Heizkörper nicht mit Möbeln und Gardinen abdecken und zwei- bis dreimal täglich stoßlüften anstatt die Fenster über lange Zeiträume gekippt zu halten. Auch beim Strom lassen sich oft die Kosten senken. Denn in aller Regel schließt der Mieter einen separaten Vertrag mit einem Stromversorger ab – hier lassen sich über Vergleichsportale die günstigsten Anbieter finden. Unter www.iv-mieterschutz.de gibt es weitere Tipps und Informationen zum Thema.

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